Programmierung

Gute Programmierung zeichnet sich zum einen dadurch aus, dass die Funktionen, die die jeweils verwendete Programmierumgebung bereitstellt, möglichst effizient genutzt werden. Insbesondere geht es darum, für Aufgabenstellungen nicht das Rad neu zu erfinden, wenn bestimmte Funktionen schon durch die Programmierumgebung bereitgestellt werden (beispielsweise in Form von Bibliotheken). Sie zeichnet sich also vor allem dadurch aus, dass ein guter Überblick über den grundsätzlichen Funktionsumfang und die Systematik der von der Programmierumgebung bereitgestellten Funktionen (die in die tausende gehen können) erzeugt wird. Für eine definierte Aufgabenstellung können sie in entsprechenden Dokumentationen dann schnell die bereitgestellten Funktionen nachschlagen und einsetzen.

Schlechte Programmierung ist es, wenn viel Zeit in das Adaptieren nicht passender Module gesteckt wird und ein verzwicktes, nur schwer wartbares Gestrüpp von Modulen und Skripten entsteht, die dem jeweiligen Versionswechsel der benutzten Module schutzlos ausgeliefert sind. Man sollte jedes Mal abwägen, ob es sinnvoll ist, etwas Neues zu schaffen oder schon bestehende Funktionen zu nutzen.

Zum anderen bedeutet gute Programmierung, wartbaren Programmtext zu erzeugen. Das heißt, dass die Strukturen, nach denen das Programm oder Programmmodul funktioniert, möglichst selbsterklärend sind, zudem aber auch durch Kommentare im Programmcode dokumentiert sind. Dies verlangt vor allem, dass der Programmierer sich nicht aufgrund der obigen Anforderung, kurzen und effizienten Quelltext zu erzeugen, dazu verleiten lassen darf, zu kurzen, „kryptischen“ Quelltext zu erzeugen, der zwar ein paar Programmzeilen spart, aber nur noch von ihm selbst verstanden werden kann.

Gute Programme entstehen fast automatisch, wenn redundante Anweisungen und redundante Daten vermieden werden.

Statistisch gesehen wird die meiste Zeit für die Entwicklung von Quelltext benötigt, um auf Fehler oder außergewöhnliche Anwendungs- oder Hardwareumgebungen zu reagieren. Ein Programmtext, der auch bei unvorhergesehenen Fehlern oder ungewöhnlichen Umgebungen sinnvoll reagiert, wird als portabel oder robust bezeichnet. Geübte Programmierer können die möglichen Fehler und Laufzeitumgebungen gut einschätzen und strukturieren das Programm und seinen Quelltext dementsprechend. Der Zeitdruck bei der Entwicklung von Anwendungen stellt selbst an erfahrene Programmierer immer höchste Ansprüche hinsichtlich dieses Kriteriums.