BSDE-Systeme (Betriebs- und Stördatenerfassung) können heute bereits zur zuverlässigen Prozeßüberwachung in vollem Umfang eingesetzt und folglich zur Störungserkennung herangezogen werden. Die Störungserkennung liefert hierbei Informationen über den Standort und den Typ einer gestörten Maschine und dient als Indikator für die sich anschließende Störungsbehebung. Ein beträchtlicher Zeitanteil wird jedoch durch die Diagnose eingenommen, welche anhand wissensbasierter Ansätze, durch verfügbares heuristisches und kognitives Expertenwissen, EDV-technisch zu unterstützen ist. EDV-technische Unterstützung gilt es in den Teilbereichen Symptomerhebung über die Suche nach Lösungsvorschlägen bis hin zur Unterbreitung detaillierter Fehlerbeschreibungen und Maßnahmeninstruktionen, zu realisieren. Gleichzeitig bildet die EDV-technische Unterstützung der Diagnose die Grundlage zur detaillierten Störungsstatistik und damit die Basis für präventives Handeln seitens der Instandhaltung.

Das Hauptproblem der Diagnostik besteht darin, die Ursache für einen Fehler zu suchen. Störungen oder Fehler werden mittels einer bestimmten Konstellation von Symptomen, also Zuständen einzelner Maschinenparameter welche vom Sollverhalten abweichen und einer gegenseitigen Abhängigkeit unterliegen, repräsentiert.


Dabei gilt es die Symptomkonstellation derart detailliert zu ermitteln, daß alle relevanten Symptome einbezogen und der verursachenden Störungsmatrix zugeordnet werden können, um eine nahezu eindeutige Identifikation auftretender Störungen zu ermöglichen. Darüber hinaus muß gewährleistet sein, daß eine Störung mittels all seiner relevanten Symptome über Maschinenebene hinweg erhoben und sowohl dessen Initialfehler als auch die Gesamtheit seiner Folgefehler, abgebildet werden können, um stationsübergreifende Diagnosen zu ermöglichen.

Das Vorgehen der eigentlichen Diagnose basiert dann auf Symptom-Diagnose-Assoziationen, die aus den Erfahrungen und dem Fachwissen von Experten in Form von Regeln formuliert werden und nicht zwingend logische Schlußfolgerungen (Abduktionen) zulassen. Abduktion bildet als Umkehr der Implikation die Grundlage wissensbasierter Diagnosen und bezeichnet den Versuch, durch die verursachten Symptome (Symptomkonstellation) auf die Ursache zurückzuschließen. Derartige Diagnoseprozesse sind aufgrund unterschiedlichster Ursachen einzelner Symptome nicht eindeutig und in Konsequenz nur gültig, wenn alle alternativen Störungen bekannt sind und ausgeschlossen werden können.

Durch intelligente Agenten auf Client-/Serverbasis ist es der IPT gelungen sämtliche Symptome einer gestörten Maschine in die Diagnostik einzubeziehen. Hierbei wird im Fall einer Fehlerbehebung sämtliches Wissen über das Lösungsvorgehen zentral archiviert und weiteren Diagnosevorgängen performant zur Verfügung gestellt.